Die Sicherheit und die Verfügbarkeit von Personal, Maschinen und Anlagen ist eine wichtige Grundlage unternehmerischer Tätigkeit. Unternehmen müssen deshalb in der Lage sein, Gefahren in komplexen technischen Systemen zu erkennen und die daraus resultierenden Risiken realistisch zu bewerten.
Die „Moderierte Sicherheitsbegehung“ ist eine bewährte beteiligungsorientierte Methode zur Förderung von sicherheits- und gesundheitsgerechtem Verhalten. Wesentlich für die Methode ist, dass sie einerseits auf die Entwicklung von Gruppenprozessen abzielt und andererseits das wechselseitige individuelle Lernen motiviert (personale Faktoren / individuelle Selbstkonzepte).
Die Ziele sind somit:
Die „Moderierte Sicherheitsbegehung“ ist keine Kontroll- oder Prüfmaßnahme wie z.B. eine klassische Begehung. Weder Anlagen, Organisation oder die Teilnehmer werden geprüft oder überwacht. Der Begriff „Begehung“ findet Verwendung, da die Methode an den Arbeitsplätzen oder -stätten vor Ort stattfindet, sich also nicht auf den Seminarraum beschränkt.
Mit dieser Methode lassen sich die Arbeitssicherheit, die Gesundheit von Mitarbeitern und die Zuverlässigkeit eines Produktionssystems verbessern. DNV unterstützt Unternehmen bei der Optimierung des menschlichen Faktors im System und hilft, zielgerichtetes und risikokompetentes Verhalten von Mitarbeitern und Führungskräften zu entwickeln.
Die moderierte Sicherheitsbegehung ist eine Methode im Rahmen des DNV Safe Behaviour Konzeptes.
Die Grundlage für verhaltensorientierte Maßnahmen ist nach diesem Verständnis stets ein auf die Bedürfnisse der Organisation angepasstes, bewährtes und wirksames Managementsystem (z.B. Loss Control Management), das systematisch evaluiert und kontinuierlich verbessert wird – bspw. durch das International Safety Rating System (ISRS).
Darauf aufbauend lassen sich fünf wesentliche Handlungsfelder, in denen verhaltensorientierte Maßnahmen und Methoden zu verankern sind, identifizieren:
Bei der Führungsorganisation geht es unter anderem darum, Mitarbeiter durch die Führungskräfte so zu motivieren, dass sie sich zielgerichtet verhalten.
Im Feld Personalwesen stehen die Personalauswahl und –platzierung im Vordergrund.
Die Organisation / Arbeitsplatzgestaltung zielt auf die Optimierung der organisatorischen Faktoren für das gewünschte sichere Verhalten. So sind beispielsweise übermäßige Belastungen und Stressoren zu reduzieren oder ergonomische Bedingungen so zu gestalten, dass sie richtiges Verhalten fördern.
Die Gestaltung von Gruppenprozessen in Abteilungen oder Teams ist komplex. Die Entwicklung adäquater Gruppennormen und die Steigerung der Kompetenz von Teammitgliedern, eigene Gruppenprozesse zu meistern, sind von zentraler Bedeutung.
Auf der Ebene Personale Faktoren / Individuelle Selbstkonzepte geht es z.B. um das individuelle Lernen und die Entwicklung zu einer risikokompetenten Persönlichkeit. Wichtig ist hier u.a. die innere Motivation, die in der Wertschätzung von Sicherheit und Gesundheit, dem Erleben der Sinnhaftigkeit und der Eigenverantwortlichkeit besteht.
Es ist das Ziel der verschiedenen Maßnahmen und Methoden, die diesen Feldern zugeordnet und bedarfsorientiert miteinander verknüpft werden können, auf allen Ebenen des Handelns und Entscheidens in der Organisation risikokompetentes Verhalten zu etablieren.
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