Ist die Welt zu einem gefährlicheren Ort geworden? Viele würden diese Frage bejahen und auf den Klimawandel, den Terrorismus, auf Pandemien und eine schier endlose Liste anderer Bedrohungen hinweisen. Wir in der Unternehmerbranche müssen nur an Arthur Andersen denken, jene „Top“-Prüfungsgesellschaft, die binnen weniger Monate wieder von der Bildfläche verschwand, und an Innovationen wie den iPod, Napster und Google, die ganze Branchen neu erschaffen oder neu definieren. Risiken gehen in zunehmendem Maße nicht mehr von der Natur, sondern von neuen Technologien und menschlichem Handeln aus.

Andererseits ist das Leben zweifelsohne weniger risikoreich geworden, und zwar für viele Menschen in zahlreichen Ländern. Im vergangenen Jahrhundert ist die Lebenserwartung um zwei Drittel gestiegen, wir haben Heilmittel für die meisten Krankheiten, Arbeits- und Umweltbedingungen sind sicherer geworden, und wir können uns viel besser gegen die finanziellen Konsequenzen eingegangener Risiken absichern.
Ob gefährlicher oder nicht: Die Beschaffenheit von Risiken hat sich grundlegend verändert. DNV hat den Begriff der „New Risk Reality“ geprägt. Damit wollen wir ausdrücken, dass:
- Heutige Unternehmen in einem zunehmend internationalen, komplexen und fordernden Risikoumfeld arbeiten
- Die Gesellschaft allmählich eine „Nulltoleranz“ für Fehler aufbaut. Öffentliche Auflagen werden strenger, und Forderungen nach höherer Transparenz und gesteigerter Nachhaltigkeit nehmen zu.
- Neue Technologien bieten Vorteile – und bergen neue Risikofaktoren.
