An einem Sonntag im August 2004 betraten zwei Männer mit Pistolen ein Museum und kamen Minuten später mit Edvard Munchs berühmten Kunstwerken „Der Schrei“ und „Madonna“ heraus. Nach dem Überfall führte DNV eine viel beachtete Sicherheitsanalyse des Munch-Museums in Oslo, Norwegen durch. Im Fokus standen die wichtigsten Risiken für unbezahlbare Kunstwerke.
Die DNV-Sicherheitsanalyse des Munch-Museums konzentrierte sich auf Brand-, Raub- und Einbruchsgefahren. Das multidisziplinäre DNV-Team aus vier bis fünf Personen arbeitete acht Wochen lang an der Sicherheitsanalyse des Museumsgebäudes. Die Untersuchungsergebnisse des Munch-Raubs bestätigen, dass norwegische Kunstschätze neuen und größeren Bedrohungen ausgesetzt sind.
Zeitverzögerung - das wichtigste Ziel
„Bewaffnete Überfälle sind für Museumswächter und Besucher eine gefährliche und ernste Situation. Aus diesem Grund muss das Sicherheitssystem in der Lage sein, ausreichende Zeitbarrieren aufzubauen. Im Angesicht bewaffneter Räuber besteht die einzig mögliche Gegenmaßnahme darin, zeitliche Verzögerungen zu schaffen, damit die Polizei rechtzeitig eintreffen kann“, sagt Monica Solem, Projektmanagerin der DNV.
„Zum Zeitpunkt des Überfalls gab es im Museum kaum Sicherheitsbarrieren, die die Räuber hätten überwinden müssen.“
Gesteigerte Sicherheit
Um Bränden, Einbrüchen und Überfällen entgegenzuwirken, empfiehlt DNV folgende Maßnahmen. Allerdings wurden nur einige Empfehlungen öffentlich gemacht; die Untersuchungsergebnisse sind streng vertraulich, um die Sicherheitsmaßnahmen des Munch-Museums nicht gänzlich bekannt zu machen.
- Installation eines verschließbaren Tores für öffentliche Besucher weit vor der eigentlichen Eingangstür; vor dem Tor sollte ein gewundener Gang liegen
- Installation von Metalldetektoren
- Schutzscheiben vor den wertvollen Kunstwerken anbringen; die Stücke fest mit der Wand verschrauben
- Schutzmaßnahmen gegen Raubüberfälle erhöhen
- Die Ausstellungsräume mit zusätzlichen Feuerschutztüren aufteilen
Das Museum hat seine Sicherheit auf Grundlage der von DNV vorgeschlagenen Maßnahmen verbessert. Im Mai 2005 öffnete es wieder seine Tore – nach 9 Monaten intensiver Umbauarbeiten, die rund 25 Millionen NOK (3 Millionen Euro) kosteten. Die beiden Gemälde wurden im September 2006 wieder aufgefunden. Sie sind noch immer nicht in einem ausstellungsfähigen Zustand, doch die anderen 1100 Munch-Kunstwerke können nun wieder besucht werden – in Oslos neuem und sichererem Munch-Museum.
Der erste bewaffnete Kunstraub in NorwegenAm helllichten Tag, an einem ganz gewöhnlichen Sonntag im späten August, brauchten zwei bewaffnete Räuber nur wenige Minuten, um zwei der berühmtesten und wertvollsten Kunstschätze der Welt zu entwenden: „Der Schrei“ und „Madonna“ aus dem Osloer Munch-Museum. Bis zu diesem Tag hatte es in ganz Norwegen noch keinen einzigen bewaffneten Kunstraub gegeben.
Nach der Untersuchung des Munch-Museums kamen DNV und die Stadtverwaltung von Oslo darin überein, vergleichbare Sicherheitsanalysen für zwei weitere berühmte Osloer Museen durchzuführen: das Stenersen-Museum und das Vigeland-Museum.
