10%2E+Fachtagung+%2D+Anlagen%2D%2C+Arbeits%2D+und+Umweltsicherheit

  • Datum: 04 November 2010, 09:00 » 05 November 2010, 14:30
  • Ort: Schloß Köthen, Sachsen-Anhalt

Messung der Anlagensicherheits-Performance in der Prozessindustrie mittels DNV ISRSTM

Zur Messung der Leistungsfähigkeit des unternehmerischen Sicherheitsmanagements hat die norwegische Stiftung Det Norske Veritas (DNV) bereits im Jahre 1976 das aus dem Loss Control Management (LCM) entstandene Rating-Tool ISRSTM – International Sustainability Rating System entwickelt. Heute liegt das ISRS bereits in der achten Edition vor und genießt seit über 30 Jahren weltweit ein hohes Ansehen in der Prozessindustrie. In den letzten Jahren hat sich vorwiegend bestimmt aus Ereignissen in der Petrochemie (Major accidents) der Fokus des ISRS auf die Anlagensicherheit ausgerichtet.

Im Rahmen eines Vortrags auf der 10. Fachtagung - Anlagen-, Arbeits- und Umweltsicherheit in Köthen wird der aktuelle Stand des ISRSTM im Hinblick auf die Messung der Anlagensicherheits-Performance vorgestellt. Neben der typischen Systematik eines ISRSTM-Assessments werden neue Einsatzgebiete des ISRSTM im Hinblick auf Benchmark-Möglichkeiten mit Wettbewerbern sowie die Messung der Einhaltung von Konzernstandards mittels ISRSTM vorgestellt.

Unterstützt wird der Theorieteil des Vortrags mit praktischen Anwendungsbeispielen aus dem Öl- und Gassektor. Im Fokus stehen dabei praktische Erfahrungen aus aktuell durchgeführten ISRSTM-Assessments sowie die Nutzung einzelner ISRSTM-Prozesse bei der Durchführung von Root Cause Analysen für komplexe Ereignisse in Gasspeicherbetrieben sowie im Raffinerie- und Tanklagerbereich.

Beispielhaft wird die Anwendung der BowTie-Methode in Kombination mit der ebenfalls aus dem ISRSTM entwickelten DNV SCAT-Systematik (Systematic Cause Analysis Technique) gezeigt.
Untersuchungen hinsichtlich der Qualität von Ereignisanalysen machen deutlich, dass trotz des zunehmenden Einflusses des menschlichen Verhaltens (Human factor) in der Prozessindustrie nach wie vor anlagentechnische Ursachen im Fokus von Root Cause Analysen stehen.

Um grundlegende Ursachen, z.B. Mängel in der Organisation bzw. im Management systematisch zu ermitteln, ist es allerdings notwendig, personenbezogene und organisatorische Einflüsse trotz der ständigen Weiterentwicklung der technischen Anlagensicherheit zu berücksichtigen. Nur wenn die menschlichen und organisatorischen Barrieren zunehmend Berücksichtigung finden, kann die Anlagensicherheits-Performance bzw. die standortspezifische Anlagensicherheits-Kultur realistisch und objektiv bewertet werden.

Neben der Untersuchung technischer Ursachen, unterstützt das ISRSTM verbunden mit der SCAT-Systematik daher die Untersuchung der Wirksamkeit organisatorischer und personenbezogener Barrieren. Systematische Ursachen für das Versagen von Barrieren werden gezielt aufdeckt, abgestellt und das Sicherheitsmanagement wird nachhaltig verbessert.

Referent: Thomas Hofmann, Consultant, thomas.hofmann@dnv.com, Tel. (0201) 7296 413
Co-Referent: Dr.-Ing. Ulf Hinterscheid, Senior Consultant, ulf.hinterscheid@dnv.com, Tel. (0201) 7296 405

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