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Hamburg, Deutschland: DNV hält die Schiffsindustrie an, sich aktiver um die Senkung des Kraftstoffverbrauchs zu bemühen. Neben dem ungenutzten Verstreichenlassen beträchtlicher Einsparchancen beklagt DNV, dass erprobte Systeme und Abläufe, die zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen beitragen, bislang in der Branche nicht zum Einsatz kommen.

Dr. Espen Cramer, Leiter von DNV Maritime Solution

Laut einer in diesem Jahr veröffentlichten IMO-Studie lagen die Kohlendioxidemissionen der Welthandelsflotte im Jahr 2007 bei 1,12 Milliarden Tonnen. Das entspricht etwa 3,5 Prozent des gesamten weltweiten Kohlenstoffausstoßes. Ungeachtet der sich abzeichnenden Gefahr einer neuen IMO-Gesetzgebung zum Kohlenstoffausstoß und einem damit einhergehenden deutlichen Anziehen der Kraftstoffpreise, würden noch immer viel zu viele Reeder weiterhin „Business as usual“ betreiben.

Nach Auffassung des Leiter von DNV Maritime Solution, Dr. Espen Cramer, kennen die Reeder seit langem den wirtschaftlichen Nutzen, der mit der Senkung des Kraftstoffverbrauchs einhergeht. Dennoch hätten viele von ihnen bislang keine effektiveren und umfassenderen Energiemanagementstrategien eingeführt. „Der bislang verfolgte Ansatz zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs ist lediglich Stückwerk und hat die Bemühungen der Reeder um wirkliche Verbesserungen gebremst“, so Cramer. „In den meisten Unternehmen werden bislang keinerlei Unternehmensressourcen zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs abgestellt, es fehlt an klaren Zielvorgaben und an Einsatz. Darüber hinaus können Unternehmen ihre Bemühungen häufig nicht überzeugend vermitteln, es fehlen Richtwerte und Berichte zu erzielten Kraftstoffsenkungen. Viele Unternehmen haben das Problem einfach an Schiffsmanager ausgelagert, anstatt mit diesen zusammenzuarbeiten“.

In 2005 hat DNV Energiemanagement als Dienstleistung vorgestellt, dass den Reedereien einen systematischen Ansatz zur Senkung ihrer jährlichen Kraftstoffkosten und zur Etablierung eines umweltfreundlicheren Images bietet. Erreicht wird dies durch Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten, Entwicklung von Lösungen für priorisierte Bereiche sowie die daran anschließende Einführung und Überwachung der Performanceverbesserung. Mit Hilfe von Energiemanagement kann die verbesserte Umweltperformance darüber hinaus klarer dokumentiert und damit letztlich ein Wettbewerbsvorteil gesichert werden.

“Für in Betrieb befindliche Schiffe haben wir je nach aktueller Performance des betreffenden Unternehmens ein Einsparpotential zwischen fünf und zwanzig Prozent ermittelt“, so Cramer. „Dennoch stellt die tatsächliche Nutzung dieses Einsparpotentials für viele Reeder und Schiffsmanager nach wie vor eine Herausforderung dar.“

Über die dreijährigen Erfahrungen im Energiemanagement hat DNV eine Reihe von Musterunternehmen ausgemacht, denen nicht oder kaum bekannt ist, wie effektiv ihr Energieverbrauch ist, die keine Vergleichswerte zum Verbrauch der einzelnen Schiffe ihrer eigenen Flotte ermitteln oder ihre Fortschritte nicht messen. „Auch stellen wir häufig fest, dass viele Unternehmen teure, kostenintensive Lösungen einführen, ohne zunächst kosteneffektivere und bereits nach kurzer Zeit rentable Lösungen zu implementieren“, so Cramer.

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