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Kieler Forscher berichtet bei DNV über Ursachen von Seebeben, Tsunamis und Rutschungen

DNV-Country Manager Jörg Langkabel freute sich über die gelungene Auftaktveranstaltung der Vortragsreihe.

Det Norske Veritas (DNV) Hamburg präsentiert im Rahmen der Vortragsreihe „Lectures on Ocean Change and Marine Risks“ Einblicke in aktuelle Forschungsansätze. Im Februar fesselte Prof. Dr. Jan Behrmann vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) die Zuhörer mit detaillierten Ausführungen zu den massiven Verschiebungen am Meeresboden und ihren Auswirkungen an Land, die er im Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ erforscht.

An Kontinentalabhängen, der Übergangszone zwischen Festland und Tiefsee, sind wie auf einer gigantischen schiefen Ebene große Mengen Sedimentgesteine instabil gelagert. Werden diese Gesteinsstapel erschüttert, wie zum Beispiel durch submarine Erdbeben, kommt es zu folgenschweren Rutschungen, die im schlimmsten Fall Tsunamis auslösen.

„DNV arbeitet traditionell eng mit wissenschaftlichen Institutionen zusammen, um langfristige Szenarien zu Risiken beispielsweise für die Schifffahrt und die Offshore-Industrie zu entwickeln“, erklärt Jörg Langkabel, Country Manager von DNV Germany. „In Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ möchten wir mit dieser Vortragsreihe auch interessierten Gästen Einblicke in die aktuelle Forschung ermöglichen.“


Mehr als drei Viertel der weltweit durch Erdbeben freigesetzten Energie stammen von Seebeben. Sie treten fast ausnahmslos an „aktiven“ Plattenrändern der Lithosphärenplatten auf. Dort schieben sich jeweils zwei Platten langsam übereinander und sorgen für regelmäßig wiederkehrende, schwere Erschütterungen wie zum Beispiel entlang der pazifischen und nordamerikanischen Platte.

„Trotz intensiver Forschung ist es uns bis heute nicht gelungen, eine zusammenhängende Theorie für die Entstehung von Erdbeben zu konzipieren“, sagt Professor Jan Behrmann vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Auch Hangrutschungen durch instabile Sedimente lassen sich bis heute noch nicht zufriedenstellend vorhersagen.

Bei beiden Phänomenen jedoch scheint der durch das Porenwasser in den Gesteinen aufgebaute Druck ebenso wie Struktur und Reibungsverhalten der Gesteine selbst eine entscheidende Rolle zu spielen. Die Wissenschaftler in Kiel untersuchen daher das mechanische Verhalten der Gesteine, den Fluiddruck, aber auch die Struktur der Kontinentalränder.

„Will man die Größe dieser Aufgabe verstehen, muss man wissen, dass der heutige Erforschungsstand des Meeresbodens etwa dem an der Landoberfläche vor dreihundert Jahren entspricht: es existieren kaum präzise Karten“, so Behrmann weiter. „Elementare Dinge wie genaue Navigation oder Datenübertragung gestalten sich daher schwierig.“

DNV Hamburg veranstaltet in Kooperation mit dem interdisziplinären Kieler Exzellenz-cluster „Ozean der Zukunft“ alle zwei Monate einen wissenschaftlichen Vortrag, um die Chancen und Risiken des globalen Ozean- und Klimawandels zu beleuchten. Im April wird es um neue Beobachtungsmethoden im Ozean gehen.

Pressekontakt:

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Weitere Kontakte:

Leibniz-Institut für Meereswissenschaften
(IFM-GEOMAR)
Prof. Dr. Jan Behrmann
Tel: 0431-600-2271


DNV Germany GmbH
Dörte Peters
Tel: 040 890 590 0


Über Det Norske Veritas (DNV):
Det Norske Veritas (DNV) ist eine unabhängige Stiftung zum Schutz von Leben, Eigentum und der Umwelt. Mit Hilfe des DNV-Netzwerkes von 300 Büros in 100 Ländern bietet DNV weltweit Diensteistungen im Bereich Risikomanagement und für verschie-dene Bereiche der Industrie an. Besondere Schwerpunkte liegen im maritimen Sektor und im Energiebereich.
DNV in Hamburg betreut mehr als 15% der deutschen Schiffstonnage; damit ist DNV die zweitgrößte Klassifikationsgesellschaft in Deutschland.

Der Kieler Exzellenzcluster Ozean der Zukunft:
Der Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ ist ein in Deutschland einmaliger Forschungsverbund von mehr als 140 Wissenschaftlern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und der Muthesius Kunsthochschule. Ziel des inter-disziplinären Verbundes aus Meeres-, Geo- und Wirtschaftswissenschaftlern sowie Medizinern, Mathematikern, Juristen und Gesellschaftswissenschaftlern ist es, den Ozean- und Klimawandel gemeinsam zu erforschen, die Risiken und Chancen neu zu bewerten und ein weltweit nachhaltiges Management der Ozeane und mariner Ressourcen zu ermöglichen. Der Exzellenzcluster wird im Rahmen der Exzellenzinitiative von der deutschen Forschungsgemeinschaft im Auftrag von Bund und Ländern gefördert.

Datum: 24 March 2009

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