Technology+Outlook

"Technology Outlook" erscheint seit 1995 regelmäßig. Der Zweck dieses Reports ist, Input für DNVs langfristige Unternehmens-, Betriebs- und R&D-Planung zu bieten sowie Informationen über technische Trends zu liefern.

Die Vorhersage zukünftiger Entwicklungen ist deshalb so herausfordernd, weil man sie im Rückblick auf ihre Gültigkeit überprüfen kann. Deshalb ist es so amüsant, sich frühere Vorhersagen anzusehen. Wie schon Mark Twain sagte: "Prognosen sind eine schwierige Sache - besonders, wenn sie die Zukunft betreffen".

Ein klassisches Beispiel ist die Aussage des Sextus Julius Frontius, oberster Militäringenieur während der Regentschaft von Kaiser Trajan, 98-110 n.Chr.: "Ich will alle Ideen für neue Kriegsmaschinerie verwerfen, denn ihre Entwicklung hat eine Grenze erreicht. Für weitere Verbesserungen sehe ich keine Möglichkeit."

An der Schwelle zum 19. Jahrhundert trafen viele gebildete Personen die klare Aussage, dass das kommende Jahrhundert wenige technische Neuerungen bringen würde. Man war der Ansicht, alles Interessante wäre bereits erfunden worden. Kurz vor der Geburt der Quantenphysik (der photoelektische Effekt, 1905) rieten anerkannte Professoren der Physik ihren Studenten tatsächlich davon ab, Physik in ihre Stundenpläne einzuschließen - es gäbe einfach nichts mehr herauszufinden.

Zu diesem Zeitpunkt schlug der Vorsitzende des US-Patentamts Präsident McKinley vor, die Amtsstelle einfach zu schließen. Er schrieb: "Entdeckungen, die ihr absolutes Endstadium scheinbar erreicht haben, sind Telefonie, Fotografie, Beleuchtungstechnik und - in manchen Bereichen - arbeitssparende Maschinen. Die maschinelle Arbeitsleistung hat praktisch Perfektion erreicht. Wir können uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass im 19. Jahrhundert größere Erfindungstätigkeit oder eine schnellere Entwicklung neuer Prozesse möglich wäre als jene, die wir bereits erlebt haben".

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts herrschte eine optimistischere Sicht der Dinge vor, die im DNV Technology Outlook 2000 wiedergegeben wurde: "Die wissensbasierte Industrie ist in gewisser Weise privilegiert, denn Wissen kann, genau wie der Verfall, nur größer werden." Wir alle wissen, was kurze Zeit soäter mit der ICT-Branche geschah, doch DNV hat beinahe Recht: Information kann nur wachsen.

DNV beteiligt sich stark an der Qualifizierung neuer Technologien und der Entwicklung sicherer Standards. Wir alle wissen, dass das Setzen solcher Standards dazu führen kann, dass eine Technologie einer anderen vorgezogen wird. Die Nutzung sichererer Technik ist immer ein Vorteil.

1889 wurde Elektrizität öffentlich eingeführt, ganz im Gegensatz zu der Vorhersage von Mr. Keates (der vor dem British House of Commons sprach): "Ich sehe nicht den Hauch einer Chance, dass sich jemals etwas mit dem Gaslicht messen kann. Das elektrische Licht weist Mängel auf, die - sollten nicht essenzielle Veränderungen stattfinden - seine Anwendung für die normale Beleuchtungstechnik unmöglich machen".

Die Standardfrage entlud sich im so genannten Stromkrieg zwischen Westinghouses Wechselstrom und Edisons Gleichstrom. Edison behauptete: "Es gibt nichts, was die Anwendung von Hochspannung und wechselnden Stromfluss rechtfertigt, weder im wissenschaftlichen noch im gewerblichen Gebrauch". Um seine Aussage zu beweisen, organisierte Edison eine öffentliche Demonstration der Gefahren, die der von seinem Rivalen entwickelten Technik innewohnten: Er tötete Topsy, den Elefant des Coney Island Amusement Park, mit Wechselstrom. Damit erschloss er ein neues Anwendungsgebiet für diese Technologie, das noch heute genutzt wird. Edison ließ sich diese Erfindung auch patentieren.

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