DNV‑Studie zeigt: 450‑MHz‑Funktechnologie wird zentraler Baustein für den zukünftigen Netzwiederaufbau
Eine aktuelle DNV-Studie kommt zu dem klaren Ergebnis: Eine schwarzfallfeste, digitale Kommunikationsinfrastruktur auf Basis der 450‑MHz‑Funktechnologie ist eine zentrale Voraussetzung für einen sicheren, schnellen und resilienten Netzwiederaufbau in Deutschland.
Mit der fortschreitenden Digitalisierung des Energiesystems und dem starken Zuwachs dezentraler Erzeugungsanlagen wird der Netzwiederaufbau zukünftig digital, verteilt und deutlich komplexer – und damit fundamental abhängig von hochverfügbarer Kommunikation.
Netzwiederaufbau wird digital und dezentral
Während klassische Netzwiederaufbaukonzepte bislang auf wenige zentrale Schwarzstartanlagen ausgerichtet waren, zeigt die DNV‑Analyse, dass künftig Windparks, große Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher systematisch in den Wiederaufbau einbezogen werden müssen. Der Netzwiederaufbau verlagert sich damit zunehmend auch in die Hoch‑ und Mittelspannungsebene der Verteilnetze. Voraussetzung hierfür ist eine zuverlässige Steuer‑ und Datenkommunikation, die auch bei einem großflächigen Stromausfall uneingeschränkt verfügbar bleibt.
450 MHz schließt die kritische Lücke
Nach Bewertung von DNV ist die 450‑MHz‑Funktechnologie derzeit die einzige skalierbare Kommunikationslösung, die diese Lücke zuverlässig schließen kann. Das bundesweit verfügbare, nicht‑öffentliche Funknetz kombiniert eine hohe Flächenabdeckung mit einer ausfallsicheren, georedundanten Architektur und einer Notstromversorgung von mindestens 72 Stunden. Damit erfüllt es die Anforderungen des europäischen Network Code on Emergency and Restoration (NC ER) sowie des deutschen Maßnahmenkatalogs zum Netzwiederaufbau.
Weitere Vorteile der 450‑MHz‑Technologie sind:
- ein geschlossenes, vom öffentlichen Internet entkoppeltes Netz mit hoher Cyber‑Sicherheit,
- die Priorisierung kritischer Anwendungen im Krisenfall, die Unterstützung leichter, fehlertoleranter Datenprotokolle, die speziell für den Netzwiederaufbau geeignet sind,
- sowie eine hohe digitale Souveränität durch Entwicklung, Betrieb und Kontrolle in Deutschland.
DNV kommt zudem zu dem Ergebnis, dass Alternativen wie flächendeckende Glasfaser‑ oder Satellitenanbindungen weder technisch noch wirtschaftlich realistisch sind. Ein vollständiger Ausbau dedizierter Glasfaserverbindungen würde Investitionen im Milliardenbereich und Realisierungszeiten von mehr als einem Jahrzehnt erfordern, während Satellitenlösungen vielfach nicht die Anforderungen an digitale Souveränität erfüllen.
Jetzt regulatorisch verbindlich umsetzen
Die Studie betont, dass die Nutzung der 450‑MHz‑Technologie für NWA‑relevante Anlagen verbindlich geregelt werden muss. Empfohlen wird ein klar definiertes Failover‑Konzept, bei dem Anlagen im Normalbetrieb über Standardkommunikation angebunden sind, im Schwarzfall jedoch automatisch auf eine schwarzfallfeste 450‑MHz‑Kommunikation umschalten. Darüber hinaus ist eine eindeutige Definition der NWA‑Relevanz dezentraler Erzeugungsanlagen, klare Rollen für Verteilnetzbetreiber sowie verbindliche Mindestanforderungen an Kommunikationsfähigkeit und Steuerbarkeit erforderlich.
Fazit
Die Studie kommt zu einem eindeutigen Schluss:
Ohne eine flächendeckende, schwarzfallfeste Kommunikationsinfrastruktur auf 450‑MHz‑Basis ist ein sicherer Netzwiederaufbau in einem dezentralen Energiesystem nicht mehr beherrschbar. Die 450‑MHz‑Funktechnologie wird damit zu einem zentralen Baustein der Versorgungssicherheit und Resilienz des zukünftigen Stromsystems in Deutschland.
Laden Sie hier die vollständige Studie herunter.