LNG-Containerschiffe halten Anteil alternativer Kraftstoffe trotz Auftragsrückgang stabil

Die aktuellen Jahresdaten der DNV Plattform Alternative Fuels Insight (AFI) spiegeln ein Jahr geprägt von steigender Unsicherheit hinsichtlich Regulierungen und Neuausrichtung des Marktes wider: Trotz eines Rückgangs im globalen Neubaugeschäft 2025, folgend auf einen Boom im Vorjahr, blieb der Anteil alternativer Kraftstoffe an der weltweiten Bruttoraumzahl stabil bei 38 %. Haupttreiber war erneut das starke Containersegment, ergänzt durch einige Bestellungen für Passagierschiffe und PCTCs.

2025 wurden 275* Schiffe mit alternativen Antrieben bestellt – rund 47 % weniger als im Vorjahr.  Dieser Rückgang entspricht einem allgemeinen Trend im Neubau-Markt, der von 4.405 auf 2.403 Bestellungen schrumpfte. 

Ungeachtet dieser Entwicklungen blieb die Containerschifffahrt resilient: Die Bestellungen stiegen von 447 auf 547 Schiffe und machten damit 49 % der weltweit neu bestellten Bruttoraumzahl sowie 68 % der neuen Bestellungen mit alternativen Antrieben aus. Innerhalb des Segments dominierten alternative Kraftstoffe, wobei sich der Mix zu 58 % auf LNG, gefolgt von konventionellen Kraftstoffen (36 %) und Methanol (6 %), verteilt. 

In den Worten von Knut Ørbeck‑Nilssen, CEO Maritime bei DNV: „2025 war ein turbulentes Jahr, was zu einer Verlangsamung im Markt geführt hat, da strategische Entscheidungen schwieriger zu treffen waren. Zugleich ist dies ein natürlicher Rückgang nach mehreren Jahren außergewöhnlich hoher Bestellungen. In einigen Segmenten bleibt die Entwicklung hin zu alternativen Kraftstoffen jedoch bestehen. Für weiteren Fortschritt brauchen wir wirksame, globale Vorschriften, die deren Nutzung fördern, faire Wettbewerbsbedingungen schaffen und eine verlässliche Umsetzung ermöglichen.“

Auch über das Container Segment hinaus stellten 2025 LNG betriebene Schiffe das größte Wachstum im Markt der alternativen Kraftstoffe: 188 Bestellungen, 31 % der gesamten Bruttoraumzahl. Methanol-Bestellungen gingen dagegen zurück (61 gegenüber 149 im Vorjahr). Ammoniak und LPG verzeichnen nur eine begrenzte Nachfrage. 

Andere Segmente entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahr schwächer: Bestellungen für LPG und Ethan-Tanker fielen um 73 %, auch Massengut-, Rohöl- sowie Öl-/Chemikalientanker verzeichneten signifikante Rückgänge. Autotransporter brachen  um 90 % ein. Ursache waren ein stärkerer Fokus auf Kosteneffizienz und geringere Anreize, kurzfristig in neue alternative Antriebe zu investieren. 

Jason Stefanatos, Global Decarbonization Director bei DNV, erläutert: „Dass der Auftragsbestand für alternative Kraftstoffe 2025 stabil blieb, liegt vor allem an Frachteigentümern, die sich trotz Marktabschwächung und regulatorischer Unsicherheiten eigene Emissionsziele gesetzt haben. Sie investieren dort, wo Infrastruktur, regulatorische Sicherheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit zusammenpassen – besonders in der Containerschifffahrt mit etablierten Lieferketten für LNG und Methanol. 

Im Gegensatz dazu reagieren Massengut- und Tankschiffe stärker auf Marktzyklen und Kapitalkosten, weshalb hier vorerst weiter auf konventionelle Kraftstoffe gesetzt wird. Dieses Umfeld sollte Reeder ermutigen, skalierbare Lösungen zu wählen, in Kraftstoffflexibilität zu investieren und gezielte Effizienzmaßnahmen umzusetzen, die sich an politische und wirtschaftliche Entwicklungen anpassen lassen.“

Parallel wurden Investitionen in die Infrastruktur fortgeführt: 22 neue LNG-Bunkerschiffe kamen hinzu, ebenso weitere Einheiten für Methanol und Biokraftstoffe. Diese Entwicklungen signalisieren steigendes Vertrauen in LNG-Lieferketten sowie den Einsatz von Multi-Fuel-Antriebskonzepten, wodurch operative Risiken minimiert und Wirtschaftlichkeit von alternativen Antriebsstoffen unterstützt werden können. 

Auch beim windunterstützten Antrieb gab es Fortschritt: 24 Schiffe mit insgesamt 63 Windsegeln wurden 2025 ausgeliefert (2024: 22 Schiffe, 49 Segel). 

Die AFI-Plattform unterstützt Reedereien mit Daten zu Kraftstofftrends, Kosten und Übergangsstrategien. Weitere Informationen unter afi.dnv.com. 

*LNG Tanker sind als Schiffstyp ausgenommen. RoPax Schiffe werden unter Auto/Passagierfähren geführt.