ISO 50100 - Dekarbonisierung und energiebezogene Treibhausgasemissionen
Reduzieren Sie die energiebezogenen Treibhausgasemissionen (ERGE) Ihres Unternehmens.
ISO 50100 - Dekarbonisierung und energiebezogene Treibhausgasemissionen
Organisationen stehen zunehmend unter Druck, ihre energiebezogenen Treibhausgasemissionen (Energy-Related Greenhouse Gas Emissions, ERGE) transparent zu quantifizieren, ambitionierte Ziele zu setzen, wirksame Maßnahmen umzusetzen und erzielte Reduktionen belastbar nachzuweisen.
Der internationale Standard ISO 50100 bietet dafür einen strukturierten Rahmen. Er beschreibt Anforderungen und Leitlinien, um energiebezogene Treibhausgas Emissionen systematisch zu reduzieren und einen Dekarbonisierungsplan zu etablieren. Dabei baut er auf bestehenden Energiemanagementprozessen nach ISO 50001 auf.
Was ist ISO 50100?
Die ISO 50100 „Energiemanagementsysteme und Energieeinsparungen - Dekarbonisierung - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“ ist eine neue internationale Norm. Ein bedeutender Anteil der weltweiten Treibhausgasemissionen wird durch die Energieerzeugung und den Energieverbrauch verursacht. Hier kommt die Norm ISO 50100 ins Spiel.
Sie unterstützt Organisationen dabei, ihre Dekarbonisierungsstrategie messbar, vergleichbar und überprüfbar umzusetzen.
Die Anwendung der Norm hilft:
- Fortschritte zu überwachen, berichten und belegen,
- konkrete Reduktionsmaßnahmen zu planen und umzusetzen,
- absolute energiebezogene Treibhausgasemissionen (ERGE) systematisch zu quantifizieren,
- lang- und kurzfristige ERGE-Ziele festzulegen.
Auch wenn die ISO 50100 keine zertifizierbare Norm für Managementsysteme ist, bietet sie ein umfassendes Rahmenwerk zur Dekarbonisierung. Die Anforderungen sind mit der ISO 50001 kompatibel und ergänzen diese sinnvoll. ISO 50100 richtet sich an Organisationen jeder Größe und Branche, insbesondere:
- Unternehmen mit ISO 50001 oder ISO 14001,
- energieintensive Industrien,
- Organisationen mit ESG‑, CSRD‑ oder Sustainable‑Finance‑Anforderungen sowie
- Unternehmen mit ambitionierten Klimazielen oder Science‑Based Targets.
Vorteile von ISO 50100
Eine systematische Anwendung der ISO 50100 unterstützt Organisationen dabei:
- Die energiebezogenen Emissionen (ERGE), die den Großteil der weltweiten Treibhausgasemissionen ausmachen, wirksam zu reduzieren,
- Datenqualität und Transparenz für interne/externe Berichterstattung zu erhöhen,
- klare, nachvollziehbare Scope-1- und Scope-2-Ziele zu setzen und Maßnahmenpläne daraus abzuleiten,
- Fortschritt über Monitoring nachzuweisen und bei Abweichungen steuernd einzugreifen,
- glaubwürdige Dekarbonisierungs-Claims vorzubereiten.
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So lassen Sie sich nach ISO 50100 verifizieren
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Besorgen Sie sich die Norm ISO 50100 und prüfen Sie verwandte Rahmenwerke zum Energiemanagement wie die ISO 50001.
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- Entwickeln Sie eine Dekarbonisierungsstrategie.
- Stellen Sie ein Team zusammen und definieren Sie Ihre Strategie: Die Einführung eines strukturierten Dekarbonisierungsansatzes nach ISO 50100 sollte eine strategische Entscheidung für die gesamte Organisation sein. Das Top-Management muss in diese Entscheidung eingebunden sein, Verantwortung übernehmen und aktiv an der Ausgestaltung mitwirken. Es legt fest, welche unternehmerischen Ziele durch die Reduktion energiebezogener Treibhausgasemissionen (ERGE) unterstützt werden sollen und wie sich die Dekarbonisierung in die Gesamtstrategie Ihres Unternehmens einfügt.
- Für die erfolgreiche Umsetzung benötigen Sie zudem ein dediziertes Team, das den Dekarbonisierungsansatz gemäß ISO 50100 entwickelt, implementiert und kontinuierlich weiterführt.
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- Bestimmen Sie den erforderlichen Kompetenzbedarf:
Zunächst benötigt das verantwortliche Team, das ISO 50100 umsetzt und aufrechterhält, ein fundiertes Verständnis der Normanforderungen, der ERGE-Systematik sowie der zugrunde liegenden Daten- und Berechnungsmethoden. - Darüber hinaus ist es wichtig, auch in der gesamten Organisation ein Bewusstsein für Dekarbonisierung, Klimaziele und energiebezogene Emissionen zu schaffen. DNV bietet weltweit eine breite Palette an öffentlichen und unternehmensinternen Schulungen an, die alle Kompetenzstufen abdecken und Ihre Organisation gezielt beim Kompetenzaufbau im Kontext von ISO 50100 unterstützen.
- Bestimmen Sie den erforderlichen Kompetenzbedarf:
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- Externe Experten können Sie wirkungsvoll bei der Auslegung der Anforderungen der ISO 50100 unterstützen und wertvolle Impulse für einen strukturierten und praxisnahen Dekarbonisierungsansatz liefern.
- Das kostenlose Online-Self Assessment von DNV bietet Ihnen einen ersten Anhaltspunkt für den Reifegrad Ihrer Organisation im Management energiebezogener Treibhausgasemissionen (ERGE) sowie bei der Umsetzung eines systematischen Dekarbonisierungsansatzes gemäß ISO 50100.
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- Erfassen Sie Ihre Auslegungs- und Beschaffungsprozesse und berücksichtigen Sie Energieeffizienz- und Dekarbonisierungsaspekte systematisch in Anforderungen, Ausschreibungen, Lieferantenauswahl und Leistungsüberwachung.
- Schaffen Sie klare Verantwortlichkeiten sowie eine strukturierte und nachvollziehbare Dokumentation, um konsistente, transparente und belastbare Entscheidungen im Kontext von ERGE Reduktion zu ermöglichen.
- Etablieren Sie Verfahren und Abläufe, die die Dekarbonisierungsziele Ihrer Organisation widerspiegeln und deren Umsetzung im operativen Alltag unterstützen.
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- Eine klare Kommunikation sowie gezielte Kompetenz- und Awareness Maßnahmen sind entscheidende Erfolgsfaktoren. In der Implementierungsphase stellen Sie sicher, dass Ihre Organisation gemäß den definierten und dokumentierten Prozessen arbeitet.
- Nach erfolgreicher Umsetzung können Sie die Konformität und Wirksamkeit Ihres Dekarbonisierungsansatzes nach ISO 50100 nachweisen und belegen, dass Ihre Organisation ihre energiebezogenen Treibhausgasemissionen, im Rahmen ihres Energiemanagementsystems systematisch steuert und reduziert.
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Wählen Sie eine Zertifizierungsstelle wie DNV, um zu bewerten, inwieweit Sie die Anforderungen der ISO 50100 erfüllen.
FAQ – ISO 50100
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Nein. ISO 50100 ist keine Managementsystem-Norm im Sinne einer akkreditierten Zertifizierung wie z. B. ISO 50001. Die Norm definiert Anforderungen und Leitlinien für einen strukturierten Dekarbonisierungsansatz sowie für die Quantifizierung, Überwachung und Reduktion energiebezogener Treibhausgasemissionen (ERGE), enthält jedoch keine Anforderungen an eine Zertifizierung von Managementsystemen und keine Vorgaben für Zertifizierungsstellen (z. B. analog zu ISO 50003). ISO 50100 ermöglicht jedoch Validierungen und Verifizierungen von ERGE-bezogenen Aussagen, z. B. zu Dekarbonisierungsplänen, zu Basisjahr ERGE oder zu erreichten ERGE Reduktionen auf Basis historischer Daten.
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ISO 50100 bietet Organisationen einen normbasierten, nachvollziehbaren und international harmonisierten Rahmen, um energiebezogene Treibhausgasemissionen systematisch zu managen und zu reduzieren. Zentrale Vorteile sind:
- Strukturierter Dekarbonisierungsansatz
- Vergleichbarkeit und Transparenz
- Anschlussfähigkeit an Klimaziele
- Nutzung vorhandener Energiemanagement-Daten
- Belastbare Grundlage für Berichterstattung und Claims
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ISO 50100 ist komplementär zu ISO 50001, ersetzt diese jedoch nicht. Während die Norm ISO 50001 auf die Verbesserung der energiebezogenen Leistung (Energieeffizienz, -einsatz, -verbrauch) mittels eines zertifizierbaren Energiemanagementsystems ausgerichtet ist, erweitert die ISO 50100 diesen Ansatz um die klimabezogene Perspektive, indem sie die energiebezogenen Treibhausgasemissionen (ERGE) in den Mittelpunkt stellt. Es baut auf den Prozessen und Daten der ISO 50001 auf und verknüpft Energieeffizienzverbesserungen mit Emissionsminderungen und umfassenderen Maßnahmen zur Dekarbonisierung.
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ISO 50100 adressiert energiebezogene Treibhausgasemissionen (ERGE) innerhalb einer definierten Dekarbonisierungsgrenze. Dies umfasst:
- Scope-1-ERGE (energiebezogene direkte Emissionen),
- Scope-2-ERGE (eingekaufte Energie),
- optionale Scope-3-ERGE, sofern diese energiebezogen sind und von der Organisation einbezogen werden.
Die Einbeziehung und Abgrenzung der Emissionen muss dokumentiert und begründet erfolgen.
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Ja. ISO 50100 kann unabhängig von ISO 50001 angewendet werden. Die Norm ist jedoch so gestaltet, dass Organisationen mit einem bestehenden Energiemanagementsystem besonders profitieren, da:
- vorhandene Energie-, Verbrauchs- und Monitoringdaten genutzt werden können,
- bestehende Prozesse (z. B. Planung, Monitoring, Managementbewertung) direkt anschlussfähig sind.
Organisationen ohne ISO 50001 müssen diese Strukturen im Rahmen von ISO 50100 eigenständig aufbauen.