Strom und Erneuerbare Energien
Parlamentarischer Abend 2021 in Berlin

Politikvertreter und Energiebranche diskutieren Dringlichkeit der Dekarbonisierung in Deutschland

Parlamentarischer Abend Berlin 2021

Mit der Ausrichtung des dritten Parlamentarischen Abends in Berlin hat DNV auch in diesem Jahr Akteuren aus Politik und Industrie eine Plattform zum gemeinsamen Austausch geboten. Das Leitthema des Abends lautete „Dekarbonisierung zwischen Anspruch und Realität – was können wir in Deutschland in diesem Jahrzehnt erreichen“.

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Stefanie Gramm

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BERLIN, Deutschland (11. November 2021) – Über 100 Teilnehmer aus Politik, Industrie und Verbänden nahmen vor Ort und im DNV Online LiveStream an der Veranstaltung teil. Diskutiert wurde das Thema Dekarbonisierung, das sowohl für das weitere Gelingen der Energiewende in Deutschland, als auch das Erreichen des Pariser Abkommens essenziell sein wird. Eine erste wissenschaftliche Einordnung lieferte Dr. Pierre Sames, Director Group Research and Development, mit der Vorstellung des Berichts „Pathway to net zero emissions“. Aus Industriesicht beleuchtete Gunnar Groebler, Vorstandsvositzender der Salzgitter AG, in seiner Keynote zu Beginn des Abends die Thematik. In der anschließenden einstündigen Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft wurden insbesondere die Herausforderungen der Dekarbonisierung ausgelotet und die erforderlichen politischen und regulatorischen Maßnahmen diskutiert.

Dr. Pierre C Sames eröffnete den Abend mit einer eindringlichen Einordnung der jetzigen Situation: „Wir sind derzeit in Deutschland ganz sicher nicht auf dem Weg, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen“. Das Klimaziel, den menschengemachten globalen Temperaturanstieg durch den Treibhauseffekt auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, sei nur mit großen Anstrengungen und gezielten politischen Maßnahmen noch zu erreichen. „Ganz sicher brauchen wir hier neben Carbon Capture und Storage auch Carbon Removal, also Maßnahmen, die nicht nur den CO2 reduzieren, sondern es auch gezielt wieder aus der Atmosphäre filtern.“ Bereits 2030 könnte unser Carbon-Budget bezüglich des 1,5 Grad Ziels bereits ausgeschöpft sein. „Politische Rahmenbedingungen sind in unserer Prognose starke Treiber und verstärkt notwendig, um hier eine Trendwende herbeizuführen“, so Sames. Die Zeit werde knapp.

In seiner anschließenden Keynote erläuterte Gunnar Groebler die Herausforderungen der Dekarbonisierung für die Stahlindustrie. „Wir stehen hier vor nichts Geringerem als einer neuen industriellen Revolution. Einem gesellschaftlichen Mammut-Projekt, das sicherlich kein Sprint, sondern eher ein Marathon ist“, ordnete Groebler die Problematik zum Beginn seiner Keynote ein. Die Stahlindustrie mache in Deutschland rund 30% der CO2-Emmissionen aus und sei sich der daraus entstehenden Verantwortung auch durchaus bewusst. Grünen Stahl effizient zu produzieren sei eine Top-Priorität bei der Salzgitter AG geworden, jedoch bräuchte es für ein Gelingen dieser Maßnahmen auch die vermehrte Unterstützung der Politik, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Zugleich sei die Dekarbonisierung durchaus im Bereich des Machbaren: „Für einen herkömmlichen Pkw beträgt der Mehrpreis von grünem Stahl gerade mal ca. 500 Euro“, so Groebler. „Netzausbau und die Reduzierung von bürokratischen Hürden sind für uns wichtige Grundvoraussetzungen, um hier wettbewerbsfähig und effizient zu bleiben“, appellierte Groebler an die anwesenden Politiker.      

In der anschließenden Podiumsdiskussion loteten Nadja Ballauf, Head of Corporate Development bei 50Hertz; Dr. Andreas Lenz, MdB, CDU/CSU; Johann Saathoff, MdB, SPD und Prof. Iven Krämer, Referatsleiter für Hafenwirtschaft und -Infrastruktur im Bremer Senat, die notwendige Prioritätensetzung für die Dekarbonisierung aus.

Im kürzlich veröffentlichten „Energy Transition Outlook 2021“-Report prognostiziert DNV, dass die Energiewende trotz signifikanter Fortschritte unter anderem auch bei der Energieerzeugung durch erneuerbare Quellen derzeit nicht schnell genug sein wird, um die globalen Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen. 


Sehen Sie hier auch die vollständige Aufzeichnungen und Powerpoint Präsentationen der folgenden Beiträge:

  • Vorstellung des DNV Berichts „Pathway to net zero emissions“ (Dr. Pierre Sames, Group Research and Development Director, DNV)
  • Keynote (Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender, Salzgitter AG)
  • Podiumsdiskussion mit:
    • Gunnar Groebler,  Vorstandsvorsitzender (CEO), Salzgitter AG
    • Nadja Ballauf, Head of Corporate Development, 50Hertz
    • Johann Saathoff, SPD, Mitglied des deutschen Bundestages
    • Dr. Andreas Lenz, CDU/CSU, Mitglied des deutschen Bundestages
    • Prof. Iven Krämer, Referatsleiter für Hafenwirtschaft und -Infrastruktur, Schifffahrt, Bremer Senat
    • Moderatorin: Jana Werner, DIE WELT

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