Entwurf der ISO 45001 veröffentlicht

Diese erste Überarbeitung der Norm seit 2018 scheint moderate, aber wichtige Änderungen mit sich zu bringen.

Die internationale Norm ISO 45001 der ISO für Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit wurde erstmals im Jahr 2018 veröffentlicht. Seitdem hat sie sich zum globalen Maßstab für das Management von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit entwickelt. Der im Jahr 2024 begonnene Überarbeitungsprozess hat nun die DIS-Phase erreicht.

Ein zentrales Ziel der Überarbeitung ist es, ISO 45001 als Zertifizierungsstandard so weiterzuentwickeln, dass sie aktuelle bewährte Praktiken widerspiegelt und neue SGA-Themen sowie Herausforderungen für Organisationen berücksichtigt und so zukunftsorientiert ausgerichtet ist.

Wir sehen die vorgeschlagenen Änderungen nun erstmals. Insgesamt sind sie als moderat einzustufen. Sie gehen jedoch weiter als die Anpassungen der bereits veröffentlichten Neuausgabe der ISO 14001 und auch weiter als die Anpassungen an der ISO 9001, die sich derzeit im FDIS-Stadium befindet.

  • Tor Gunnar Tollefsen
  • Global Service Manager für Managementsysteme
  • DNV

Zu den wichtigsten vorgeschlagenen Änderungen gehören eine stärkere Betonung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz, die stärkere Berücksichtigung der Diversität der Beschäftigten sowie erweiterte Anforderungen an die Gefährdungsermittlung, um modernen Arbeitsweisen besser Rechnung zu tragen. Zudem führt der Norm-Entwurf neue Anforderungen zu arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren, Wiedereingliederungsprozesse nach Verletzungen oder Erkrankungen sowie strengere Steuerungsmaßnahmen für extern bereitgestellte Produkte und Dienstleistungen ein.

Die Veröffentlichung der überarbeiteten Norm wird für 2027 erwartet. Auch wenn die Übergangsfrist noch nicht endgültig festgelegt ist, dürfte sie für nach ISO 45001 zertifizierte Unternehmen drei Jahre betragen – entsprechend den Regelungen für ISO 14001 und ISO 9001.

Die vorgeschlagenen Änderungen scheinen die relevanten Trends und Herausforderungen im SGA gut widerzuspiegeln. Dies ist wichtig, um die Relevanz der Norm für die Anwender zu gewährleisten“, sagt Tor Gunnar Tollefsen.

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